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Strategie & Transformation –
was treibt mich an?

Prof. Dr. Julian Kawohl // Strategy & Transformation News Dezember 2015

Nach knapp 5 Jahren bei AXA habe ich mich Anfang diesen Jahres entschieden, die Seiten zu wechseln und die Strategie-Welt von der Außenperspektive aktiv zu begleiten. 

Ich habe die Professur für Strategisches Management an der HTW Berlin nicht nur angetreten, weil sich hier viele intellektuelle Freiheiten ergeben oder weil ich meine Erfahrungen zukünftigen Studenten-Generationen weitergeben wollte. Nein, der wesentliche Grund waren vor allem die zahlreichen Diskussionen mit Strategiekollegen aus verschiedensten Branchen, die in Arbeitskreisen, Konferenzen oder Networking-Events immer wieder über die enormen Herausforderungen für die Strategiearbeit in Ihren Unternehmen berichtet haben. Insbesondere die Vertreter etablierter Unternehmen haben dabei immer wieder die große Unsicherheit hervorgehoben, die auf Ihre Organisation und insbesondere auf die Mitarbeiter durch die Digitalisierung von Geschäftsmodellen entsteht. Letztendlich war die Kern-Botschaft immer wieder dieselbe: Wir stehen vor einer umfassenden Transformation, die komplexe sowohl Strategische, IT-Technische, organisatorische, kulturelle und prozessuale Anpassungen mit sich bringt, wissen aber überhaupt noch nicht, wie das in unseren über Jahre und Jahrzehnte verfestigten Strukturen und Arbeitsweisen funktionieren soll. Gleichzeitig gilt: Wenn wir uns nicht transformieren, besteht die Gefahr zum Nachfolger der Kodaks dieser Welt zu werden. 

Dies führt zu ganz neuen Rollen der Strategiefunktion und der sie verantwortenden und ausfüllenden Strategen, die für ihre Arbeit andere Methoden und Tools benötigen Um die Transformation zu bewältigen, braucht es sehr wahrscheinlich neue Leadership-Ansätze, Philosophien und Herangehensweisen. Die Rezepte der Vergangenheit, d.h. die stetige bzw. inkrementelle Weiterentwicklung reicht nicht mehr aus. Innovationen werden in einer sich immer schneller verändernden (digitalisierenden) Welt mit kürzeren Produktlebenszyklen und verstärktem Konkurrenzwettbewerb deshalb immer wichtiger und Innovationsmanagement und Strategiearbeit verschmelzen wohl immer mehr. Da Innovationen nur schwer aus klassischen Corporate-Organisationen heraus entstehen, bieten sich Partnerschaftsmodelle hierfür an. Eine zentrale Quelle können hierbei Startups sein. Eine Professionalisierung der Zusammenarbeit zwischen beiden Welten ist hierbei zwingend geboten. Wahrscheinlich werden wir alle viel offener, flexibler, kreativer und damit mehr wie Startups arbeiten.

Während Erkenntnisse aus dem Strategischen Management i.d.R. zunächst in großen Unternehmen generiert werden, finden sich in anderen Kontexten ebenfalls wichtige Anwendungsmöglichkeiten, die jedoch spezifisch adaptiert werden müssen. Fokus der Erkenntnisübertragung können z.B. Sportvereine, Parteien, Kirchen oder NGO‘s sein. Transformation geht letztendlich alle an: Unternehmen, Politik, Gesellschaft, Medien, Sport; Unternehmen brauchen eine klare Agenda, um diese Herausforderungen zu meistern, Deutschland ebenfalls einen entsprechenden Masterplan.

Und so habe ich auf Basis dieser Erkenntnisse für mich 5 aktuelle Schwerpunkte abgeleitet, zu denen ich konkrete Beiträge leisten möchte:

  • Wandlung etablierter Unternehmen
  • Zukünftige Rolle von Strategie und Strategen
  • Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups und Win-Wins aus beiden Welten
  • Übertragung von Erkenntnissen auf weitere Organisationen wie z.B. Sportvereine, Parteien, Kirchen, NGO‘s
  • Transformation der Gesellschaft

Bei diesen Themen möchte ich eine Vordenkerrolle einnehmen und von der Praxis handhabbare Konzepte/Ansätze, Theorien, Methoden und Instrumente entwickeln sowie Gestaltungs- und Handlungsempfehlungen für professionelles und systematisches Handeln ableiten.

Das Leitmotiv meiner Arbeit lautet demnach ganz simpel: Mit der Praxis, für die Praxis. Und so möchte ich Sie alle miteinladen, gemeinsam an diesen für die Unternehmenswelt aber auch und insbesondere für die Gesellschaft wichtigen Themen mitzuarbeiten.

Foto: © Achim Bieniek für Casinos Austria
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